John Hatties Lambda-Elevator

… oder … Warum Lambda automatisch die anderen 300 Faktoren optimiert.

Immer wieder diese Hattie-Studie ... Stimmt, ich komme nicht los davon.

 

Die Hattie Studie ist ja erst einmal reine Statistik. Wie das wissenschaftliche Studien so an sich haben. Ganz speziell ist allerdings die Anzahl der Studien, die der Hatties Studie zugrunde liegen. 

Aus ursprünglich 138 Einflussfaktoren sind inzwischen über 350 geworden. Auch die Zahl der Metanalysen ist auf über 2000 gestiegen. Insgesamt sind die Ergebnisse von 130.000 Bildungs-Studien in die Neuauflage eingeflossen. Und damit Millionen von Schüler:innen-Daten. 

Es wird immer viel über statistische Feinheiten und ihre Interpretationen gestritten, sonst müsste man das Schulsystem ja  umgehend ändern. 

 

Also ein wissenschaftlicher Schritt in Richtung Weiterentwicklung - wie in  allen Branchen - bis auf Bildung. Eine so mächtige Studie und keine zwingende Veränderung der Branche. Eher ein "Was sagt schon so eine Statistik."  

Hatties Statistik sagt: Das Lambda-Level ist hochwirksam. Die höchsten Effektstärken sind nicht umzusetzen ohne ein hohes Lambda-Level zwischen Lehrenden und Lernenden und zwischen den Lernenden selbst.

Nun kann man natürlich mit einem hohen Lambda Level nicht den Schiefen Wurf erklären.

 

Jede:r Lehrer:in hat den eigenen Unterrichtsstil und das ist auch gut so. 

Für unseren HfaB-Blog hatte ich das schon gekrazelt. Auf dem oberen Bild habe ich es noch erweitert.

Wenn man Hatties Lambda-Elevator benutzt, also die Lambdaebene stärkt, dann kann man seinem eigenen Stil eine wesentlich höhere Effektivität geben. 

Das nächste Bild soll dies veranschaulichen.

 

John Hatties Lambda-Elevator

Ich mache es mal an einem Beispiel fest..

1. Ich gebe Hausaufgaben, weil man eben Hausaufgaben gibt.

2. Ich gebe eine Hausaufgabe, nachdem ich mit den Schüler:innen gemeinsam abgemacht habe, dass es hier sinnvoll ist, dass jede:r alleine versuchen sollte. 3. Ich gebe die Hausaufgabe auf, die eigenen Lücken zu suchen, um in der nächsten Unterrichtsstunde mit Lücken-Barcamps weiterzumachen.   

1. ist Hausaufgabe solo. 2. ist Hausaufgabe mit Diskussion über den Mehrwert 3. Ist eingebundene Hausaufgabe in ein Lambda-orientiertes Unterrichtskonzept. Das meine ich mit Lambda-Elevator. Ich kann meinen Unterricht so individuell belassen wie bisher, aber wenn ich mein Augenmerk auf die effektivsten Hattie-Faktoren richte (Die sind definitiv extrem Lambda-lastig), dann stimmt die niedrige Effektstärke für Hausaufgaben natürlich nicht mehr. 

So ein Unterrichtsstil ist ja so wie ein Strich-Code. Ganz individuell. Siehe unten. Jede Lehrperson kann sich in den vielen Faktoren der Hattie-Studie wiederfinden, wenn sie das will. Die meisten werden feststellen, dass sie viele Faktoren bewusst bedienen, aber den Bereich der oberen Lambda-Effektstärken eher als einen Bereich ansehen, der nicht wirklich beeinflussbar ist. Weil man ja "ist wie man ist" .. und daran doch nichts ändern kann. 

Dabei kann man. Man kann Lambda messen. Und das eigene Lambda-Level verändern. Sage ich als alter Schulmeister und LUUISE Coach. Man kann Lernen sichtbar machen, indem man den eigenen Unterricht regelmäßig durch die Augen seiner Schüler:innen anschaut. Statistisch wie in der Hatties Studie.

Mit einem LUUISE Messinstrument.

 

Damit kann man den Lambda-Level verstärken und zwar egal was für ein Lehrertyp man ist. Denn die wesentlichen Lambda-Faktoren hängen nicht vom Lehrertyp ab. Sie sind schlicht Haltungssache.

Und Haltungen lassen sich ändern.  

Hier habe ich die zehn Haltungen für erfolgreiche Lehrpersonen - frei nach Hattie in der letzten Studie - einmal auf Schüler:innen umgesetzt. Genauer auf SchüLehr:innen. Wenn Lernende und Lehrende zum Team werden, dann kann man die 10 Haltungen für erfolgreiche Lehrpersonen auch auf die Schüler:innen anwenden

Lambda - Stil - Stoff

Ja man könnte es auch so ausdrücken: Die Wellenlänge zwischen allen am Lernprozess Beteiligten muss stimmen ... Lambda-Level ... und dann ist es eigentlich sekundär, wie der Unterrichtsstil ist .. Wenn die Lehrperson glaubwürdig ist und ernsthaft ihre Dienstleistung für späteren Leistungsträger:innen der Gesellschaft gemeinsam mit ihnen angeht, dann ist das schon die halbe Miete ... Die zweite halbe Miete ist vorgegeben: Der Lehrplan.


John Hattie und Janet Clinton in Brugg-Windisch

Die Veranstaltung kann auch online verfolgt werden - 18. März - Man darf sehr gespannt sein.