Lang, lang ist's her.
Wir hatten vor vielen Jahren unser neues Fünferhaus bezogen, einen Pavillon mit 5 Räumen für unsere 5 fünften Klassen. Und am Nachmittag dort auch noch eine Nachmittagsschule eingerichtet, in der ältere Schüler:innen als Coach mit den Schulneulingen arbeiteten. Ein tolles junge Kollegium mit bis zu 80 Coaches in manchen Jahren. Wir haben damals probiert, was das Zeug hielt. Unter anderem gab es das Angebot, Jonglieren zu lernen - angeleitet von drei jungen Kolleg:innen, die diese Kunst beherrschten. Dabei war auch Julia Schmitz - heute leitet sie das Logo-Institut in Offenbach, die erste Moderatorenschule Deutschlands. Und sie begleitet eigene Moderationen oft jonglierend.
Damals stellten wir die große positive Wirkung von Jonglieren auf das Lernen fest. Heute weiß man es studienmäßig aus der Gehirnforschung: Jonglieren bringt's.
Beim Jonglieren passiert etwas gleichzeitig:
- beide Gehirnhälften arbeiten eng zusammen,
- die Augen verfolgen ständig Flugbahnen,
- beide Hände müssen unterschiedlich handeln,
- Fehler werden in Sekundenbruchteilen korrigiert,
- die Aufmerksamkeit bleibt dauerhaft hoch.
Man könnte sagen:
Das Gehirn fährt seine "Steuerzentrale" hoch.
Danach fällt vielen Menschen konzentriertes Arbeiten leichter. Das war auch die Erfahrung unserer jungen Jongleur:innen.
Wir haben damals für die Ferien ein kleines 6-Wochen-Programm aufgesetzt, mit einem Gehirn-Erklär-Video für jede Woche. Damit die Steuerzentrale nicht 6 Wochen Urlaub macht. Julia hat für die
Filme jongliert, damit Schüler:innen über die Ferien lernen konnten, wie man nach 6 Wochen locker mit 3 Bällen jonglieren kann, wenn man täglich 15 Minuten übt. Einige hatten unser Programm
damals konsequent durchgezogen und im neuen Schuljahr begeistert ihre neue Kunst gezeigt.
Und sie hatten sich damit einen Schlüssel für die Tür zum konzentrierten Lernen geschenkt.
Deshalb: Wie wäre es, wenn die ganze Familie dabei mitmacht. Eine Familien-Challenge, von der jeder etwas hat. Denn nachweislich sind die positiven Effekte groß - für jung und alt ... Ich lese gerade KI:
"Jonglieren ist nicht nur ein unterhaltsames Hobby, sondern auch ein effektives Mittel zur Verbesserung der Konzentration und des Gehirntrainings. Regelmäßige Übungen können neue neuronale Verbindungen im Gehirn bilden, was die kognitive Flexibilität und das Problemlösungsvermögen verbessern kann. Jonglieren aktiviert zentrale Hirnareale wie den präfrontalen Kortex und das Kleinhirn, fördert die graue Substanz und steigert die Ausschüttung von Botenstoffen wie Dopamin, die für Lernprozesse, emotionale Stabilität und Motivation wichtig sind. Jonglieren ist somit ein ganzheitliches Therapietool, das Denken, Fühlen und Handeln gleichzeitig anspricht und Konzentration, Selbstregulation und Achtsamkeit spielerisch stärkt."
Übrigens: Omas und Opas aufgehorcht, das ich auch was für euch, denn das gilt lebenslang.
Da die ersten Bundesländer in die Sommerferien gestartet sind, will ich unsere alten Aufzeichnungen doch mal wieder neu auflegen. Ich denke, Julia hat nichts dagegen. 6 Wochen das Gehirn nicht herausfordern ist eine heftig lange Zeit für unsere Steuerungszentrals. Es ist wie bei einem Bein im Gips: Da schrumpft die Muskulatur. 6 Wochen Jonglieren lernen ist also "Mit wenig Zeitaufwand einen großen "Gehirnmuskulaturschrumpfungsprozess" aufhalten. 🥳🥳 Oder anders ausgedrückt: Durch das Jonglieren die Steuerungszentrale am Laufen halten und nach den Ferien die großen Vorteile einfahren.
Die Online-Videoschule gibt es heute natürlich nicht mehr. Julia Schmitz ist schon lange weiter in die Welt gezogen … übrigens auch im wahrsten Sinne des Wortes: Ihr Buch GRENZENLOS lebendig zeigt u.a., wie man weltweit Kinder und Jugendliche mit Jonglieren begeistern kann

