Lieber Pull als Push

Ich denke, man versteht es, was ich meine. Otto Kraz

Ich weiß, ich erzähle all das hier von außerhalb. Als Pensionär. Als jemand, der nicht mehr mitten drin steht. Der gut reden kann. Ich weiß, wie extrem viel Einsatz gerade an den Schulen von den allermeisten Lehrer/innen gebracht wird. Und wie viel Lehrerbashing auf der anderen Seite der Eltern unterwegs ist. Dabei müsste die Wut der Eltern nicht auf die Lehrer*innen, sondern auf das Bildungssystem gerichtet sein. Für mich ein völlig erstaunliches Phänomen: Die allermeisten Eltern stehen zu dieser komplett veralteten Ruine Schule mit diesen Lehrplänen, diesen Noten, diesem Noten-Fach-Leistungsanspruch, dem geordneten Gebäude von der uralten Dreigliedrigkeit, dem Sitzenbleiben als Druckmittel, dem "Wer schnell Arbeitsblätter bearbeiten kann ist der Chef"-Denken ... der völlig veralteten Meinung, Schulnoten hätten irgendetwas mit beruflichem Erfolg zu tun. Dabei könnten alle Mamas und Papas jederzeit selbst im eigenen Freundeskreis blitzschnell herausbekommen, dass dieses Notenstarren aller Beteiligten komplett neben der Spur läuft. Dass späterer beruflicher Erfolg und schon gar nicht Lebenserfolg irgendetwas mit den Schul-Noten zu tun hat. Aber für die allermeisten von uns oft lebenslang wirksam ist. Noten sind gut als Hinweisschilder, als Hingucker, als Berater, als Denkanstöße, als Leitplanken, Nachdenkimpuls, als Schienbeinstupser. Aber das wäre es auch schon. 

Wie wäre es denn, wenn man Corona nutzen würde, um einmal genau darüber nachhaltig umzudenken. Um als Eltern zusammen mit den Lehrer/innen und mit den Schüler/innen an diesem Bildungssystem mal so richtig zu kratzen. In Richtung Neuaufstellung. In Richtung Zukunft, die ja langfristig genauso schlecht planbar ist wie die aktuelle Krise - die die Herausforderungen der Zukunft jetzt im Schnelldurchgang präsentiert.

- Lehrer/innen: Jetzt ist die Chance, ganz viel Neues auszuprobieren, um nicht mehr nur dem schlichten Diktat des Bildungsplanes zu folgen.

- Eltern; Jetzt wäre es an der Zeit, einmal über die eigene Schulzeit nachzudenken und nicht in Muster zurück zu fallen, die man früher gehasst hat.

- Schüler/innen: Jetzt wäre es an der Zeit, sich freizuschwimmen - um zu spüren, wer man wirklich ist, was man kann, wo man seine Stärken und Schwächen hat und wie gut es sich anfühlt, für sich selbst zu lernen und nicht für ein System Schule, das in Wirklichkeit eine uralte Ruine ist. Die aber uns alle nach wie vor voll im Griff hat.

Gruß

Otto Kraz

Fühlt sich richtig nach Schule an.

Öffentlich rechtliche Lernplattformen

Nein, kein Gerücht, nur eine schöne Vision. Eine, die Christof Arn in unserem Oster-Helix in die Welt gesetzt hat. (Rechte Seite zum Download)

Ein Auszug: " ....Wir brauchen, im Interesse der Demokratie, eine öffentliche, staatliche Suchmaschine (realistisch: zunächst für den deutschsprachigen Raum) und zwei, drei öffentliche, staatliche Social Media (darunter auch eines mit Video Conferencing). Diese müssen sich durch Neutralität, Transparenz und kompromisslose Privacy auszeichnen...."

 

Man stelle sich das einmal vor. Eine öffentlich rechtliche Videoplattform und ich könnte mir dort als Lehrer/in eine Klasse mit Gruppenräumen einrichten und ich hätte dort eine/n Ansprechpartner/in, der/die mich an die Hand nimmt, um es mir am Anfang einfach mal in Ruhe zu zeigen. Weil es selbst für den inzwischen Normalbenutzer von Videoplattformen nicht ganz so einfach ist wie es aussieht, sicher mit Gruppenräumen umzugehen. Ich hätte mir das Schloss Blackboard sicher nicht so einfach zugetraut, obwohl ich einmal Netzwerkbetreuer war und auch schon lange auf Videomeetings unterwegs bin. Aber bei Blackboard Collaborate kann man Coaches buchen. Diese "Stunde an die Hand nehmen" war für mich Gold wert und deshalb unser 50jähriges Abitreffen auf Schloss Blackboard ein großer Erfolg. 

Um es auf den Punkt zu bringen: Mit Gruppenräumen in Videomeetings viel entspannter und effektiver Unterricht zu machen ist ein echter Scheinberg. Das ist wie mit dem Scheinriesen. :-)

Vielleicht schnappt ja jemand diese Idee auf, der oder die beruflich mit Online-Lernen zu tun hat und sich klar macht, dass auch nach Corona in dieser Idee mit den Gruppenräumen ein riesiges Potenzial steckt. Später dazu mehr.

Gruß Otto Kraz

Nur noch ein kleiner Schritt

Wer jetzt schon seine Schüler/innen in Gruppen digital in sein Klassenzimmer holt, der sollte nur noch einen kleinen Schritt machen: Gruppenräume verwenden und damit Zeit und Nerven sparen, Gruppenbeziehungen fördern und wirklich ins Unterrichten kommen.

Man könnte natürlich auch noch ein Webinar zum Thema eduScrum machen  (Kommt bald ... wird hier veröffentlicht) und dann ist man für die Zukunft gerüstet. 


Der Lehrplan kann gerade nicht die Richtschnur sein.

Liebe Kolleg/innen, lieber Kollegen an Schulen und Hochschulen

Liebe Bildungsverwalter/innen

Wer beim Homeschooling oder Distance Learning darauf gesetzt hat, den Lehrplan 1:1 umzusetzen, also weiterhin schlicht auf die "vorgeschriebenen" Inhalte zu setzen, der ist noch nicht in der Wirklichkeit angekommen. Der hat sich nicht unter Schüler/innen und Eltern umgehört. Der hat sich nicht mit Kolleg/innen ausgetauscht. 

Wir haben uns in unserem Forum agile Verwaltung  und in unserem Forum agil lernen und lehren einmal ziemlich spontan umgehört, um die Frage zu stellen, was für eine Antwort folgendes kleine Filmchen auslöst. Welche neuen Vorstellungen in Schule, Hochschule und Verwaltung auftauchen. Welche Tools man erfolgreich nutzen kann und wo man auf gute Erfahrungen zurückgreifen kann.

Die Antwort aus den agilen Tiefen der beiden Foren kann man hier zur Inspiration lesen. Wir präsentieren: Unser Spezial-Oster-Helix-Magazin 2020.

Otto Kraz

mehr lesen

Vorne auf der Welle

Liebe zukünftigen Leistungsträger&innen.

Hier noch zu Beginn der wohl denkwürdigsten Osterferien eures Lebens ein Bildchen, das ich in meinem Schulmeisterleben wohl am häufigsten an die Tafel gezeichnet habe. Um darauf hinzuweisen, dass man mit einem veränderten Blickwinkel Schule, weg von blöden Lehrern, doofen Hausaufgaben und ungerechten Noten ... das kann man einfach nicht ändern, da hat man keinen Einfluss drauf ... hin zu den eigenen Fähigkeiten und Stärken, also hin zu dem, was viele von euch in den letzten 3 Wochen Schule zu Hause bemerken konnten, Schule ganz anders sehen kann. Als zukünftige/r Leistungsträger/in. Denn wenn du dir klar machst, dass du in ein paar Jahren definitiv keine Schülerin, kein Schüler mehr sein wirst und in 10 Jahren in der Berufsausbildung oder im Beruf steckst ... als ganz normaler Mensch, der eben jetzt noch jung ist, noch etliche Grundlagen einpacken muss, bis es dann für englischsprachige Videokonferenzen oder mathematische Grundlagen im Studium als Virologe reicht ... dann werden blöde Lehrer, doofe Hausaufgaben oder ungerechte Noten zu Papiertigern. Schöne Ostern. Otto Kraz

Und meine Grundbehauptung gilt: Wenn du es schaffst, in den Osterferien über diesen Blog der letzten Wochen nachzudenken (Wer hier auf der Seite neu landet, der kann diesen Workshop für Köpfe zukünftiger Leistungsträger jederzeit nachholen, indem er/sie auf Start zurück geht) nur im Kopf den Schalter umzulegen, dann stehst du, wenn die Schule wieder beginnt, vorne auf der Welle, ohne dass du Schulstoff gebüffelt hast.


Perspektivenwechsel - heute für Lehrer&innen

Und dieselbe Sache gibt natürlich auch für Lehrpersonen. Die wichtigen Grundlagen sind nach der Hattie-Studie ein wenig anders als bei den Schülern. Hier ist der Männchen an der Pumpe der Lehrer.

Schlossbau durch Perspektivenwechsel

Nach den Erkenntnissen der weltweit größten Bildungsstudie. der Hattie-Studie, sind die Bereiche unter dem Schloss für die Noten genauso wichtig wie das Lernen selbst. Der Untergrund bestimmt die Größe des Schlosses. Ohne einen stabilden Untergrund kein stabiles Schloss.


Prozent? Was's das?

Ja stimmt ... ich hatte gesagt, dass ich dann mal weg bin. Aber in Sachen Prozentrechnen muss ich als alter Mathe-Schulmeister doch noch was auf meine Art loswerden. Jetzt übrigens nicht in erster Linie für euch Schüler/innen, sondern für euch ganz persönlich, die ihr Opas und Omas habt, die in Sachen Prozent offentlichtlich extrem häufig überhaupt keine Peilung mehr haben. Aber zumindest ihr solltet ihnen das doch bitteschön professionell erklären können, dass sie danach kapieren, warum sie im Moment. nicht mehr just for fun in den Supermarkt gehen sollten. Prozentrechnen. Klasse 7. Haut rein und überzeugt eure Omas und Opas. Bitte. Der Otto


Es ist Zeit für einen Perspektivenwechsel

Das "Schule ist doof" im Kopf ist ein Klotz am Bein. Otto Kraz

Willkommen in der 3. Woche ohne Schule. Zeit für einen Perspektivenwechsel auf dieselbe. Als Lehrer/in hat man vielleicht inzwischen gemerkt, was Schüler/innen alles so drauf haben. Als Schüler/in hat man vielleicht inzwischen gemerkt, was Lehrer/innen eigentlich so alles drauf haben. Als Eltern hat man inzwischen gemerkt, dass Unterrichten doch nicht so einfach ist. Und jetzt?

Perspektivenwechsel. Ich habe ihn für Schüler/innen einmal getrickfilmt. Für Neuankömmlinge: Der Perspektivenwechsel wurde seit 2 Wochen hier entworfen. Um zu verstehen, gehe man bitte auf START. Vier Erfolg. Es lohnt sich.

Otto Kraz

mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Elfte

Ich hatte gestern versprochen, noch was zum Thema Streber und Spießer zu sagen.

Zuerst aber etwas zur Gehirnforschung. Die Natur hat uns Menschen mit verschiedenen Hirnabteilungen ausgestattet. Ich vereinfach mal extrem, aber so lässt sich leichter erklären, wie man von Montag auf Dienstag plötzlich viel besser in der Schule werden kann - nachhaltig  ... allerdings braucht es dazu ein kleines Kunststück. Man müsste eigentlich "nur" den Schalter von der Nix-wie-weg-Hirnabteilung in die Coole-Sache-Hirnabteilung umlegen können und man würde merken, dass sich Schule plötzlich völlig anders anfühlt. Denn die Abteilung Nix-wie-weg ist der Hirnbereich, der genau dann eingeschaltet wird und schnell und umgehend arbeitet, wenn ein Ungeheuer aus dem Gebüsch herauskommt. Dann haut man einfach schnell mal ab, um zu überleben. Heute gibt es diese wilden Tiere nicht mehr, die aus dem Gebüsch herauskommen. Dafür gibt es z.B. Vokabeltests, die am nächsten Tag angekündigt sind. Auch da lernen die meisten mit dem Nix-wie-weg-Hirn. Leider ist diese Abteilung zwar schnell und abrufbar unterwegs, aber vergisst das Ungeheuer auch schnell wieder. Hätte man als Steinzeitmensch all die Gefahren des Lebens nachhaltig abgespeichert, dann wäre man irgendwann an diesem Leben verzweifelt. Die schönen Dinge des Lebens, die werden aber immer im Coole-Sache-Hirn verarbeitet und das ist eine ganz andere Angelegenheit. Mit dieser Gehirnabteilung wird Lernen, also Abspeichern, Ausprobieren, Experimentieren, Angreifen, Umsetzen, Besser-werden, Gut-sein-wollen, neugierig-sein etc ... nicht gerade zum Kinderspiel, aber alles macht einfach viel mehr Laune und ist um ein Vielfaches erfolgreicher. Bei weniger Anstrengung und Arbeitseinsatz. Da bekommt Schule und Lernen was von Freizeit. Ich weiß, allein so ein Satz schüttelt so manchen Schüler. :-)

Nun gibt es Menschen, die haben das Glück, dass sie einfach leicht lernen. Warum auch immer sei dahingestellt. Natürlich machen sie das im Coole-Sache-Hirn, das viele Schüler/innen für die Schule überhaupt nicht kennen. Die Nix-wie-weg-Lerner und -innen nennen die Coole-Sache-Hirn-Lerner oft Streber. Ein Unwort. Denn eigentlich will das ja jeder. In der Schule locker lernen, sich leicht Dinge merken können und Lust haben, am Ball zu bleiben und vorne auf der Welle zu stehen. Aber aus welchen Gründen auch immer haben alle Nix-wie-weg-Lerner überhaupt keine Vorstellung, dass sie auch für das Thema Schule eine Coole-Sache-Abteilung im Hirn besitzen. Also drücken sie ihren Neid auf die Coole-Sache-Lerner durch den Schlachtruf "Du Streber!" aus. Na ja und Neid, das ist bekanntlich die kleine Schwester vom Spießer, der dem Nachbarn das neue Auto nicht gönnt. Ja das war der Zusammenhang. Euer Otto Kraz


mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Zehnte

Und wieder muss ich den neu hier Eintreffenden eine kleine Erklärung abgeben. Diese Videos sind zwei Jahre alt und haben über 70 Versetzungsgefährdeten geholfen, versetzt  zu werden. Jetzt dienen dieselben Videos den hier mitlesenden und zuschauenden Schüler/innen und späteren Leistungsträger/innen der Gesellschaft über eine Blickwinkeländerung auf Schule zu einer völlig andere Leistungssteigerung in der Schule selbst zu verhelfen. Stark zurückzukommen aus dieser unwirklichen Homeschoolingzeit. 

Deshalb hier nochmals das Bild dazu. Ich habe es wirklich sehr oft erlebt. Diese Umschalten von heute auf morgen. Aber es hat sich in der Pädagogik leider noch nicht durchgesetzt. :- )Aber es reicht mir ja auch, wenn ich immer wieder von einzelnen zukünftigen Leistungsträgern und - innen rückgemeldet bekomme, was einfach nur durch eine andere Einstellung an Zeit an ödem Paukens eingespart werden kann. Und das Lernen selbst zur Entspannung wird. Es ist allerdings auch ein echter Paradigmenwechsel. Wer ihn vollzogen hat, der sagt zu jemand, der einen als "Streber" bezeichnet, "Spießer der Zukunft" und dreht sich ganz cool um. Aber dazu später mehr.

Otto Kraz

 

 

 

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Neunte

Ich weiß, ich wiederhole mich - aber hier schlagen immer wieder neue Leute auf und wenn man dann einfach zum Beispiel diesen podcast number seven ohne Vorinformation anschaut, dann steht man im Wald. Deshalb zurück auf Start.

Und wenn einmal Verwirrung entsteht wegen den Noten. In der Schweiz ist die 6 aus Deutschland eine 1. :-) Otto Kraz

p.s. Heute erzählt das Gesicht unseres damaligen Projekts, Sascha d'Angelo, Pilot bei der Suisse, wie er selbst seine Blickwinkeländerung erlebt hat.

Liebe Lehrer/innen

Ich denke, die beiden Wochen waren für viele ein dauerndes Suchen nach den richtigen Plattformen. Gestern kam auch noch Google mit einer Schulplattform dazu. Ich habe es nur gelesen und mich gefragt, ob es nicht genau jetzt richtig wäre, sich einmal mit seinen Kolleg/innen an der Schule über die Erfahrungen auszutauschen, die so viele jetzt selbst gemacht haben. Weil es ja keine wirklichen Erfahrungen gibt. Vielleicht könnten dann ein paar auch mal bei Google spickeln und was draus lernen. Oder eine Idee verwenden? Ich bin nicht mehr im Schuldienst. Aber der Überblick über den Aufbau sieht nicht schlecht aus - wenn man mal vom Datenschutzproblemen, Abhängigkeiten etc absieht. :-) Deshalb: Ausprobieren und die besten Dinge für die Zeit nach Corona merken.

 

mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Neunte

Als Text heute ein Bild. Otto Kraz

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Achte

Für Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern

Keine Sorge, die Schweizer Reihe wird morgen fortgesetzt. Na ja,  bis ich fertig geschrieben habe, bis heute. Ich versuche heute mit einer Geschichte zu erklären, warum ich so sehr auf die Haltung der Schule und den Lehrern gegenüber Wert lege. Warum ich behaupte, wer als Lernende/r und gleichzeitig zukünftige/r Verantwortungsträger/in im Beruf und als Mama oder Papa (Ja klar, später mal) in den drei Wochen Homeschooling ohne Schule und direktem Notendruck lernt, wie Lernen individuell funktioniert und dabei den Blick auf Schule ändert, der kann nach den Osterferien, sollte da die Schule wieder öffnen, locker und aufrecht einsteigen. Wer in diesen 3 Wochen aber das Gefühl aufbaut, dass er dem Druck der vielen Arbeitsblätter nicht gewachsen und ohne Lehrer als Dompteur des Lernens hilflos ist, für den werden diese 3 Wochen auf ein Negativkonto gebucht. Der Ausfall von 3 Wochen Stoffvermittlung ist in Wirklichkeit kein Problem. Weil es allen so geht. Ich hatte selbst kurz vor dem Abitur ein Kurzschuljahr. Weil man den Schulanfang von Februar auf September geschoben hatte. Ein halbes Schuljahr weniger Stoffvermittlung. Man hat es uns nach dem Abi nicht angemerkt. :-) Weil es ja für alle gleich war.

Ich versuche jetzt noch einmal meinen speziellen Ansatz hier auf diesem Blog speziell für Lernende, aber dadurch natürlich auch für aufgeregte Eltern von Lernenden und nebenbei auch klammheimlich für Lehrende, zu erläutern.

Hier eine Geschichte zum Thema - ein Ausschnitt aus einem früheren Filmchen von mir. Die einfache Technik dieses Visualisierens werde ich später hier auch für Lehrende erläutern - habe ich versprochen.

mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Siebte

Für die Lernenden

Für alle, die hier zum ersten Mal aufschlagen: Hier werden täglich Filmchen hochgeladen, die zu einem Projekt gehören, das über 70 Schweizer versetzungsgefährdete Schüler/inen vor zwei Jahren retten sollten ... und gerettet haben. Ich weiß, hier kommen keine Versetzungsgefährdeten vorbei, aber viele haben gerade Angst, den Anschluss an die Mitschüler/innen zu verlieren, die  ja ebenso wie ihr die Aufgaben eurer Lehrer/innen im "Homeoffice" bewältigen müssen. Habt übrigens auch Nachsicht mit euren Lehrer/innen. Ich weiß inzwischen aus vielen Berichten, dass gerade auf beiden Seiten - auf der Seite der Lernenden&Eltern und der Seite der Lehrenden&Behörden sehr viel unternommen wird. Dass probiert wird, was geht und was nicht geht. Wer erwartet, dass es doch eine Blaupause für diese Situation geben müsste, der täuscht sich eben. Solch eine Situation gab es auf dieser Welt noch niemals. Ihr werdet später Zeitzeugen in der Geschichte sein und später eigene Geschichten erzählen können, die es nur einmal gibt. "Daraus könnten wir verzichten" meint ihr? Ja ... ich auch. Also bitte: Habt Nachsicht mit euren Lehrer/innen, die bisher immer wussten, wie man am besten unterrichtet. Je mehr ihr jetzt rückmeldet, was funktioniert und was nicht, wo man nachbessern könnte und wo man etwas streichen sollte, desto besser wird die Entwicklung eurer Ausbildung. Nehmt sie also selbst mit in die eigene Hand. Bildet Teams, wo es geht. Gebt euren Lehrer/innen ehrliches Feedback und macht euch klar: Eure Lehrer/innen könnt ihr im Moment nicht fragen, wie man am besten solch eine Krise meistert. Aber zusammen mit ihnen könnt ihr ganz viel verändern. Ja ich weiß: Eine sehr unwirkliche Aussage. Aber wir leben in unwirklichen Zeiten. Euer Otto Kraz

p.s. Ich wollte eigentlich am Anfang nur sagen: Wer hier neu aufschlägt, sollte bei den ersten Videos dieser Reihe anfangen und höchstens ein Video pro Tag anschauen. Es geht nicht darum, mit einem Marathon von 10 Filmen am Stück den Blickwinkel zu ändern und ein stärkerer Schüler zu werden. Dieser Prozess bedarf viel Nachdenken und viele Gespräche mit Freunden und -innen darüber. Und über Schule an sich.

mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Sechste

Heute auch mal für die Mamas und Papas

Homeschooling war gestern und heute auch eins der großen Themen beim riesig großen Hackathon WirVsVirus

Sehr beeindruckend, wie viele tausend Menschen Ideen zusammen entwickelt haben. In dem Zusammenhang habe ich auch Sabine Schwittek von den Verwaltungsrebellen "getroffen" - virtuell eben - und sie hat mir für diesen Blog ein wunderbares Dokument überlassen, das ich veröffentlichen darf. Sabine ist selbst gerade Mama im Homeschool-Office ihrer beiden Söhne. Vielleicht kann es Sie als Mutter oder Vater inspirieren, die Woche für Ihre Kinder planbarer zu machen.

Download
Agiles Homeschooling
Eine starke Grundidee, um in der zweiten Woche einmal zu experimentieren.
Agiles Homeschooling_V1.2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.1 MB
mehr lesen

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Fünfte

Liebe Fachleute der Zukunft. Ich erkläre euch noch einmal kurz, was es mit dieser kleinen Motivationsfilmreihe auf sich hat. Ihr habt nun eine Woche Schule ohne Lehrer/in hinter euch. Und ihr werdet sicher merken, dass diese Sache doch gar nicht ganz so einfach ist. Das liegt unter anderem natürlich daran, das ihr solche eigenständige Arbeit überhaupt nicht gewöhnt seid. Schulen arbeiten meistens nach wie vor nach dem Prinzip, dass die Lehrperson den Zeittakt vorgibt. Findet ihr die Lehrperson gut, dann ist das eher einfach. Findet ihr sie doof, eher schwierig. So ticken unsere Köpfe. Aber jetzt habt ihr keine Lehrperson mehr, die den Zeittakt vorgibt. Ihr habt meist nur die Aufgabenstellung und Arbeitsblätter. Jetzt könnt ihr nur noch euch selbst gut finden, denn jetzt gebt ihr den Zeittakt vor. Sich selbst gut zu finden funktioniert am besten, wenn man seinen Blick auf das Lernen vom Üblichen weg in eine ganz andere Richtung lenkt. Weg von Schule und Noten. Hin zur Zukunft von euch selbst als Leistungsträger oder -in der selben. Also der Zukunft. Denn sorry, wenn ich sagen muss. Man steckt als Gesellschaft nicht fast 10 000 Euro jedes Jahr in deine persönliche Schulausbildung, dass du später nichts draus machst. Du wirst also gnadenlos einmal Verantwortungsträger oder -in sein. Und dafür solltest du einfach möglichst klug aus der Schulzeit herauskommen. Also hau rein und schau dir in der zweiten Woche Schule ohne Lehrperson einmal dieses  Verantwortungsträgerdasein ganz in Ruhe an. Es stört dich niemand dabei.

Gruß Dein Otto Kraz

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Vierte

Diese Reihe kleiner Lern-Motivations- und Blickwinkeländerungsfilme haben vor zwei Jahren mitgeholfen, 73 versetzungsgefährdete Schweizer Neuntklässler/innen davor zu bewahren, sitzenzubleiben. Der Hintergrund für die damalige Aktion: Die Schüler/innen  von 17 Schulen hätten keine Klasse gehabt, in die sie sitzenbleiben hätten können. Also wurde die Idee eingesetzt, an der Motivationsschraube zu drehen.

Jetzt nach einer Woche HomeOffice für Schüler/innen könnten die Filme für den einen oder die andere vielleicht helfen, an der eigenen Motivationsschraube zu drehen. Und dafür den Blickwinkel auf Schule zu verändern. Der Aufwand ist klein, die Effektivität vielleicht riesig.  Otto Kraz

Blickwinkeländerung in Coronazeiten - die Dritte

Für alle, die sich erst heute einklinken. Startet nicht hier, sondern hier. Sonst versteht ihr manches nicht, was dieser Film für Absichten hat.

Und dann noch etwas. Wie wäre es, wenn ihr euer Wissen über Prozentrechnung an eure Großväter oder Großmütter weitergeben könntet. Denn eure Großeltern scheinen das echt vergessen zu haben. 33% aktuelle Steigerung der Infektionen in Deutschland heißt eben nicht, dass jeden Tag 33 Infizierte hinzukommen. Ihr habt das Wissen. Erzählt es euren Großeltern. Erklärt ihnen das doch einmal mathematisch, warum sie keinen lustigen Corona-Stammtisch mehr abhalten sollten, weil ihr keine Lust hättet, an Ostern auf ihre Geschenke zu verzichten. 😎😎😎